Negative Bewertungen kommentieren

Studie zeigt: Arbeitgeber-Stellungnahmen sind bewerbungsrelevant

Share on email
Share on twitter
Share on linkedin
Share on xing

Arbeitgeber, die negative Bewertungen kommentieren, liegen in der Gunst von Jobsuchenden. Stellungnahmen von Unternehmen können Kandidat:innen sogar in ihrer Entscheidungsfindung positiv beeinflussen.  Das ergab nun der zweite Teil der Trendence-Studie im Auftrag eines interuniversitären Forscherteams.

„Hält das Unternehmen, was es auf seiner Karriereseite verspricht“? Dieser Frage gehen zunehmend mehr Jobsuchende auf den Grund. Rund 78 Prozent der Nutzer:innen informieren sich auf Bewertungsportalen wie kununu über den potenziell neuen Arbeitgeber, um sich authentische Einblicke in Unternehmen zu verschaffen. Dabei nehmen Kandidat:innen nicht nur Bewertungen von Mitarbeiter:innen und Bewerber:innen genauer unter die Lupe, sondern auch die Kommentare der Arbeitgeber.

In Stellungnahmen können Wertschätzung und Kritikfähigkeit signalisiert werden. Dass diese Gegendarstellung von Arbeitgebern bei Jobsuchenden gut ankommt, unterstreicht der zweite Teil der Trendence-Studie, die im Auftrag eines interuniversitären Forscherteams und unter der wissenschaftlichen Leitung von Katharina Pernkopf (Universität Innsbruck), Markus Latzke (IMC FH Krems) und Wolfgang Mayrhofer (WU Wien) mit 1647 Bewerber:innen durchgeführt wurde.

Demnach befürworten 76,8 Prozent der Nutzer:innen es, wenn Arbeitgeber auf Bewertungen von Mitarbeiter:innen und Bewerber:innen antworten. 37,1 Prozent davon bewerten diese Form der Unternehmenskommunikation sogar als sehr gut. Erfahrungsberichte von Arbeitnehmer:innen kommentarlos stehen lassen und ignorieren – das empfinden rund 64 Prozent der befragten Personen als schlecht oder sehr schlecht.

Stellungnahme zu negativen Bewertungen ist bewerbungsrelevant

Antworten auf kununu Bewertungen werden von Talenten nicht nur begrüßt, sie können auch einen Einfluss darauf nehmen, ob sich Kandidat:innen für oder gegen eine Bewerbung beim jeweiligen Unternehmen entscheiden. Laut der Studie schätzen nämlich rund 60 Prozent der Nutzer:innen von Arbeitgeber-Bewertungsplattformen die Gegendarstellungen von Unternehmen als bewerbungsrelevant ein. „Kritikfähigkeit ist für Arbeitgeber ein Markenwert, auf den sie im Sinne einer zukunftsweisenden Employer Brand nicht verzichten sollten. Gefragte Kandidat:innen schauen sich genau an, wie Unternehmen mit negativen Bewertungen umgehen und wie sie inhaltlich sowie in welcher Form zu Vorwürfen Stellung beziehen“, erklärt Katharina Pernkopf von der Universität Innsbruck.

Dazu passend: 80,9 Prozent der Kandidat:innen, die Bewertungsplattformen als Informationsquelle nutzen, sind der Auffassung, dass Unternehmen das negative Feedback ernst nehmen, die Kritik prüfen und gegebenenfalls Verbesserungsmaßnahmen in die Wege leiten sollten. In jedem Fall erwarten Bewerber:innen, dass sich Arbeitgeber mit der Kritik auf Bewertungsplattformen wie kununu auseinandersetzen, sagt Professor Wolfgang Mayrhofer von der Wirtschaftsuniversität Wien und und merkt abschließend an: „Denn auf derartigen Bewertungsportalen geht es letztlich auch um Feedbackverarbeitung.“

Weitere spannende Erkenntnisse zum Thema Arbeitgeber-Bewertungen finden Sie hier im ersten Teil der Trendence-Studie.

Verwandte Beiträge