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Studie zum Recruiting der Gen Z

Wie tickt eigentlich die TikTok-Generation?

Die Generation Z ist in aller Munde. Babyboomer scheiden aus dem Berufsleben aus, eine neue Generation rückt nach. Jede Generation tickt anders, hat andere Bedürfnisse und Vorstellungen vom passenden Arbeitsplatz. Wie gelingt es also, Talente der „Generation TikTok“ von sich zu überzeugen? Eine Antwort darauf geben nun aktuelle forsa-Studien.

Der Begriff „Generation TikTok“, der auch oft für die Gen Z verwendet wird, vermittelt bereits eine gewisse abwertende Konnotation. Es wird oft angenommen, dass junge Talente keinen Arbeitswillen mehr haben, ausschließlich remote arbeiten möchten und keine Loyalität zeigen – die Liste der Vorurteile ist lang. Doch bei nüchterner Betrachtung eröffnet sich ein Blick auf eine äußerst bewusste und aufgeschlossene Gruppe von neuen Arbeitskräften.

Junge Bewerber:innen profitieren vom Wandel des Arbeitgeber:innen- hin zum Arbeitnehmer:innenmarkt. Durch weniger verfügbare Arbeitskräfte infolge des demografischen Wandels sind sie in einer besseren Verhandlungsposition. Themen wie Diversity, Work-Life-Balance, Nachhaltigkeit und CSR sind ihnen wichtig. Wir zeigen Ihnen, was die Gen Z von ihren Arbeitgeber:innen erwartet – ohne Vorurteile.

Was ist die Gen Z?

Als Generation Z (auch GenZ oder Gen Z) werden junge Menschen und potenzielle Arbeitnehmer:innen bezeichnet, die zwischen den Jahren 1995 und 2010 geboren sind. Sie stehen in der „Generationsgeschichte“ zwischen Millennials und der Generation Alpha.

Was zeichnet die Gen Z aus?

Wer nach 1995 geboren wurde und zur Gen Z gehört, zählt zur ersten Gruppe der Digital Natives. Aufgewachsen in einer digitalen, vernetzten und globalen Welt zeichnet sich die Gen Z durch eine realistische Einschätzung der Zukunft aus. Familie, Nachhaltigkeit und die Umwelt stehen im Fokus – weniger die reine Arbeit.

Anders als die Vorgänger-Generation hat die Gen Z starkes Bewusstsein dafür, dass das traditionelle Versprechen eines automatischen Wohlstands und einer langfristigen Arbeitsplatzsicherheit nicht mehr uneingeschränkt gilt. Dies führt zu einer pragmatischen und proaktiven Einstellung zur Arbeit, bei der sie sich stärker auf persönliche Entwicklung, lebenslanges Lernen und die Schaffung eigener Chancen konzentrieren.

Wie und wo informiert sich die Gen Z

Geht es um die Jobsuche, informiert sich die Gen Z fast ausschließlich digital. Nicht nur auf TikTok, sondern auch über andere soziale Medien werden potenzielle Unternehmen gesucht und gefunden.

Zudem zeigt eine aktuelle Trendence-Studie, dass 74 Prozent der Jobsuchenden Bewertungsplattformen wie kununu nutzen. Den Vorteil sehen junge Bewerber:innen dabei in einem im Vergleich mit Karriereseiten authentischeren Unternehmenseinblick.

Was erwartet die Gen Z von ihren Arbeitgeber:innen?

Eine weitere Eigenschaft der Gen Z, die nicht nur Vorurteil ist, sondern auch einen wahren Kern hat: Junge Arbeitnehmer:innen binden sich weniger stark, suchen eher die Abwechslung und sind offen für Jobwechsel.

Wenn ein solcher ansteht oder sich nach der Ausbildung oder dem Studium der Berufsstart anbahnt, haben Bewerber:innen klare Erwartungen an ihre potenziellen Arbeitgeber:innen. Das zeigen die Ergebnisse zweier forsa-Studien von XING und onlyfy by XING.

Im Rahmen der Erhebungen wurden 3042 Erwerbstätige über 18 Jahren befragt. Knapp die Hälfte der 18- bis 29-Jährigen ist offen für einen Jobwechsel – weil das Gehalt nicht angemessen, der Job zu stressig ist oder sie unzufrieden damit sind, wie sie geführt werden.

Das zeigt, was der Gen Z wichtig ist: Flexibilität und Agilität sind die relevantesten Punkte für die hoch qualifizierte Gruppe und Arbeitskräften, die 2030 bereits gemeinsam mit den Millennials der Generation Y den Großteil aller Arbeitnehmer:innen bildet.

Vor allem eine flexible Arbeitseinteilung steht auf der Wunschliste ganz oben. Wie sich diese äußert, ist vielfältig. Rund 82 Prozent wünschen sich eine Vier-Tage-Woche bei vollem Lohnausgleich, für 66 Prozent ist die Option auf Remote Work wichtig, 31 Prozent wünschen sich ein Sabbatical und 23 Prozent die Möglichkeit einer Workation.

Mit die wichtigste Erkenntnis aus der Studie ist jedoch eine andere. Junge Erwachsene der Gen Z suchen nach Sinnerfüllung, möchten nicht „nur einem Job“ nachgehen. Das geben rund 58 Prozent der jungen Arbeitnehmer:innen in der Befragung an.

Wie sollten Arbeitgeber:innen die Gen Z ansprechen?

Für Arbeitgeber:innen stellt sich also die Frage: Wie spreche ich die Gen Z im Recruiting richtig an? Wie decke ich die Bereiche ab, die für die junge Generation relevant sind, wo erreiche ich die Zielgruppe?

Grundsätzlich gilt: Als Arbeitgeber:in müssen Sie eine Unternehmensumgebung und -kultur schaffen, in der sich die Gen Z wohlfühlt. Empathische Führung, flexible Arbeitszeit- und Arbeitsplatzmodelle und eine nachhaltige, sinnstiftende Ausrichtung gehören zu den wichtigsten Aspekten.

Sind diese Voraussetzungen geschaffen, stehen die Chancen gut, als potenzielle:r Arbeitgeber:in infrage zu kommen. Die Gen Z erreichen Sie dabei nicht (gut) über Jobplattformen oder Ihre Karriereseite, noch weniger über Printanzeigen oder Karrieremessen.

Mobile Recruiting ist das Stichwort. Präsenz auf Social Media, Bewerbungen mit einem Klick und Transparenz im Bewerbungsprozess sind drei Ansätze, wie Sie Ihrem Recruiting einen Schub verpassen und Ihre Arbeitgebermarke positiv aufladen können.

Die Ansprache sollte dabei auf Augenhöhe sein. Transparenz ist genauso wichtig wie die Kommunikation einer klaren Erwartungshaltung. Und: Möglicherweise kommt für den einen oder die andere das klassische Arbeitsmodell einer Vollzeitbeschäftigung nicht infrage. Einige Angehörige der Generation Z suchen gezielt nach Teilzeitstellen oder befristeten Beschäftigungen, die ihnen die erforderliche Flexibilität bieten.

Eine weitere Option, sich dort zu präsentieren, wo junge Arbeitnehmer:innen ihre berufliche Zukunft planen, bietet das kununu. Insbesondere die unabhängige Bewertungen von (ehemaligen) Angestellten sind die authentischen Informationen, nach denen die Gen Z suchen. Mit dem kununu Employer Branding Profil können Arbeitgeber:innen ihre Werte, Benefits und ihre Unternehmenskultur glaubwürdig nach vorne stellen und so die passenden Talente für sich begeistern. Die idealen Voraussetzung für den Cultural Fit.

Merkmale der Gen Z müssen im Recruiting einfließen

Der Arbeitsmarkt befindet sich im Wandel. Die Zeiten, in denen Arbeitnehmer:innen über Jahrzehnte hinweg an ein und dasselbe Unternehmen gebunden waren, gehören der Vergangenheit an. Heutzutage ist es für Arbeitgeber:innen unerlässlich, attraktiv für junge Arbeitnehmer:innen zu sein, ihre Bedürfnisse zu verstehen und zeitgemäße Angebote zu machen.

Selbst wenn ein:e neue:r Mitarbeiter:in eingestellt wird, steht nicht sicher fest, ob er oder sie dem Unternehmen länger als nur einige Jahre erhalten bleibt. Unternehmen, die jedoch nicht die Grundlagen für die Rekrutierung der Generation Z schaffen, werden in einigen Jahren den Wettlauf um die besten Talente bereits verloren haben. Es ist daher von entscheidender Bedeutung, von Anfang an die Weichen richtig zu stellen und eine Arbeitgebermarke aufzubauen, die auf die Bedürfnisse der Gen Z zugeschnitten ist. Nur so können Unternehmen im heutigen Wettbewerbsumfeld erfolgreich sein und langfristig hochqualifizierte Mitarbeiter:innen gewinnen und halten.

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