Studien
Veröffentlicht: 24. Februar 2025 24. 02.2025 4 min

Gender-Pay-Gap-Studie: Debatte um Lohnlücke im Bundestagswahl 2025

Gewünscht, aber nicht immer wahlrelevant

Eine aktuelle Gender-Pay-Gap-Studie zeigt: Viele Wahlberechtigte vermissen eine ernsthafte politische Auseinandersetzung mit dem geschlechtsspezifischen Lohngefälle. Warum blieb die Lohnungleichheit trotz wachsender gesellschaftlicher Aufmerksamkeit bei der Bundestagswahl 2025 aber ein Randthema?

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit – eigentlich eine Selbstverständlichkeit, doch die Realität sieht anders aus. Frauen verdienen in Deutschland durchschnittlich weniger als Männer, der Gender-Pay-Gap beträgt laut Statistischem Bundesamt weiterhin vierzehn Prozent. Gerade vor dem Hintergrund der Bundestagswahl 2025 hätten sich viele Bürger:innen eine intensivere politische Diskussion zu diesem Missstand gewünscht, wie eine aktuelle Gender-Pay-Gap-Studie zeigt. Doch das Thema blieb im Schatten anderer Debatten.

Gehaltsgerechtigkeit – ein übersehenes Wahlkampfthema

Migration, innere Sicherheit und der Ukraine-Krieg dominierten den Wahlkampf 2025. Zwar wurden Mindestlohn und steigende Löhne diskutiert, doch die strukturelle Lohnungleichheit zwischen Männern und Frauen blieb außen vor. Laut der von kununu in Auftrag gegebenen repräsentativen Gender-Pay-Gap-Studie des Marktforschungsinstitut Bilendi empfanden 37 Prozent der befragten Wahlberechtigten das Thema als unterrepräsentiert. Besonders Frauen (45 Prozent) vermissen eine stärkere politische Debatte zur Gender-Pay-Gap-Problematik.

Gender-Pay-Gap-Studie zeigt Einfluss auf die Wahlentscheidung

Für mehr als ein Viertel (28 Prozent) der Befragten spielte der Gender-Pay-Gap eine Rolle bei der Wahlentscheidung – unter Frauen waren es sogar 33 Prozent. Dennoch hielten 39 Prozent der Teilnehmer:innen das Thema für weniger relevant in ihrer Stimmabgabe. Diese Diskrepanz verdeutlicht eine Herausforderung: Viele erkennen das Problem an, doch es fehlt an politischer Priorisierung.

Doch wie ausgeprägt ist das Bewusstsein für Gehaltsungleichheit?

Die Zahlen aus der Gender-Pay-Gap-Studie sprechen eine klare Sprache: 87 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass Männer im Durchschnitt mehr verdienen als Frauen. Nur zwölf Prozent glauben an Lohngleichheit, während lediglich ein Prozent überzeugt ist, dass Frauen finanziell besser dastehen. Dies zeigt, dass der Gender-Pay-Gap in Deutschland als Faktum wahrgenommen wird, jedoch oft nicht als drängendes politisches Problem behandelt wird.

Ausgezeichnet für ein wertschätzende Vergütung

Mit dem neuen Top Rated-Siegel Gehaltszufriedenheit zeichnen wir Unternehmen aus, die mit Ihrem Vergütungspaket für eine hohe Zufriedenheit bei den Mitarbeitenden sorgen.

Jetzt entdecken

Equal-Pay-Day: Erinnerung an eine ungelöste Baustelle

Zwei Wochen vor dem Equal-Pay-Day am siebten März bestätigt sich: Das Bewusstsein für geschlechterspezifische Einkommensunterschiede ist zwar vorhanden, doch mehr als die Hälfte der Deutschen (sechsundfünfzig Prozent) hält es für unzureichend. Dabei ist der Gender-Pay-Gap nicht nur eine Frage der Gleichstellung, sondern auch ein Indikator für wirtschaftliche Gerechtigkeit und soziale Fairness.

Fazit: Warum Politik und Unternehmen handeln müssen

Die Bundestagswahl 2025 hat gezeigt, dass viele Bürger:innen mehr politische Aufmerksamkeit für Gehaltsgerechtigkeit fordern. Doch Veränderungen entstehen nicht nur in der Politik – auch Unternehmen sind gefragt, aktiv gegen den Gender-Pay-Gap vorzugehen. Transparente Gehaltsstrukturen, objektive Vergütungsmodelle und eine stärkere öffentliche Debatte können dazu beitragen, eine gerechtere Arbeitswelt zu schaffen.

Was tun Unternehmen bereits? Arbeitgeber:innen, die sich für faire Bezahlung engagieren, können dies aktiv kommunizieren – etwa durch Gehaltsangaben auf kununu. Denn nur wer Transparenz schafft, kann langfristig das Vertrauen von Arbeitnehmer:innen gewinnen und dem Gender-Pay-Gap entgegenwirken.

FAQ: Häufige Fragen zur Gender-Pay-Gap-Studie

Welche Rolle spielt der Gender Pay Gap im Wahlkampf?

Der Gender Pay Gap spielte im Wahlkampf 2025 kaum eine Rolle. Themen wie Migration, innere Sicherheit und der Ukraine-Krieg dominierten die öffentliche Debatte. 37 Prozent der Befragten fanden das Thema unterrepräsentiert, besonders Frauen (45 Prozent) vermissten eine stärkere politische Auseinandersetzung.

Warum wird der Gender Pay Gap politisch so unterschiedlich bewertet?

87 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass Männer mehr verdienen als Frauen, doch nur ein kleiner Teil sieht darin ein prioritäres politisches Problem. 39 Prozent halten das Thema für weniger relevant bei ihrer Stimmabgabe. Die Lohnlücke wird anerkannt, aber nicht einheitlich politisch gewichtet.

Warum sollten Arbeitgeber:innen die politische Debatte zum Gender Pay Gap ernst nehmen?

Die Studie zeigt, dass Entgeltgleichheit für viele Menschen ein gesellschaftliches Thema ist: 87 Prozent glauben an bestehende Lohnunterschiede, 33 Prozent der Frauen berücksichtigen sie bei der Wahlentscheidung. Arbeitgeber sollten dies ernst nehmen, da faire Bezahlung zunehmend Erwartungen prägt und Vertrauen stärkt.

Wie beeinflusst der Wahlkampf die Erwartungen von Mitarbeitenden an faire Bezahlung?

Dass ein Drittel der Frauen den Gender Pay Gap bei der Wahl berücksichtigt und 37 Prozent das Thema im Wahlkampf vermisst haben, zeigt: Beschäftigte erwarten klare Positionierung und Transparenz. Fehlende politische Priorisierung erhöht den Druck auf Arbeitgeber, Fairness selbst sichtbar zu gestalten.

Wie beeinflusst der Gender Pay Gap das Wahlverhalten?

Für 28 Prozent der Wahlberechtigten spielte der Gender Pay Gap eine Rolle bei der Stimmabgabe, bei Frauen sogar für 33 Prozent. Gleichzeitig stuften 39 Prozent das Thema als weniger relevant ein. Der Gender Pay Gap wirkt damit ambivalent: bewusst wahrgenommen, aber nicht für alle wahlentscheidend.