Hintergrundwissen
Veröffentlicht: 13. März 2026 13. 03.2026 6 min

sheconomy x kununu: Top Female Workplace

Fair gewinnt. Für Frauen. 

Das Top Female Workplace-Ranking in Deutschland und Österreich von sheconomy und kununu zeigt, welche Arbeitgeber:innen aus Sicht von Frauen besonders überzeugen. Interessant ist dabei nicht nur, wer ausgezeichnet wird, sondern was dahinter sichtbar wird: faire Bedingungen, echte Entwicklungschancen und eine Arbeitskultur, die nicht nur gut klingt, sondern im Alltag trägt.  

„Top Female Workplace” ist deshalb ein guter Ausgangspunkt für eine Frage, die für viele Arbeitgeber:innen unbequemer ist als jede Imagekampagne: Woran erkennen Frauen eigentlich, ob ein Arbeitsplatz wirklich zu ihnen passt? Nicht an großen Worten. Nicht an Benefits allein. Sondern daran, ob Gleichbehandlung und bedürfnisorientiere Angebote im Unternehmen spürbar sind. 

Denn genau dort trennt sich Haltung von Realität. Viele Organisationen sprechen über Chancengleichheit, Diversität und moderne Arbeitskultur. Das ist richtig. Aber gerade jene, die im Arbeitsalltag häufiger Ausschlüsse, Schieflagen oder fehlende Sichtbarkeit erleben, prüfen längst genauer, ob diese Themen auch wirklich ankommen: bei Entwicklungsperspektiven, im Führungsverhalten, in der Vereinbarkeit und in der Frage, wer sichtbar wird, mitentscheiden kann und sich im Arbeitsumfeld tatsächlich sicher fühlt. 

Das macht auch die Relevanz von Top Female Workplace aus. Das Ranking wird von sheconomy gemeinsam mit kununu erhoben und listet jährlich die besten Unternehmen für Frauen in Deutschland und Österreich. Die Platzierung basiert nicht auf Bewerbungen oder Selbstauskünften, sondern auf anonymen kununu Bewertungen aktueller und ehemaliger Mitarbeiter:innen, die sich als weiblich oder nicht männlich identifizieren. Genau das unterscheidet das Ranking von vielen klassischen Auszeichnungen. Das Ranking für 2026 wird im Juli 2026 veröffentlicht. Wer im letzten Jahr das Rennen gemacht hat und wie genau die Kriterien für das Ranking für Deutschland aussehen lesen sie hier. Alles rund um das Ranking in Österreich finden Sie hier.

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Teilzeit, Homeoffice und eine flexible Kapazitätsplanung ermöglichen es unseren Teammitgliedern, berufliche und private Ziele miteinander in Einklang zu bringen – ganz unabhängig vom Geschlecht.

Christine Stark,  

Partnerin & Teamleiterin  

@ dhmp NEXT GmbH & Co. KG

Gute Arbeitgeber:innen zeigen sich im Alltag 

Ein attraktiver Arbeitsplatz entsteht nicht auf der Karriereseite. Er entsteht dort, wo Strukturen verlässlich sind. Für Frauen heißt das oft: Entwicklung darf nicht vom Zufall abhängen. Vereinbarkeit darf kein Karriereknick sein. Flexibilität muss mehr sein als ein schönes Versprechen. Und Wertschätzung zeigt sich nicht in einem Leitbild, sondern darin, wer gefördert, gehört und weiterentwickelt wird. 

Gerade deshalb reicht es heute nicht mehr, sich als moderne:r Arbeitgeber:in oder zu inszenieren. Der Arbeitsmarkt ist transparenter geworden. Erfahrungen werden geteilt, Bewertungen werden gelesen, Kultur wird überprüft. Was zählt, ist nicht die Absicht, sondern das, was Mitarbeitende tatsächlich erleben.

Top Female Workplace macht genau das sichtbar 

Die Stärke von Top Female Workplace liegt nicht darin, dass ein Siegel vergeben wird. Spannend ist die Datengrundlage dahinter. Das Ranking wird als Orientierungshilfe für Frauen bei Jobsuche und beruflicher Weiterentwicklung beschrieben. Berücksichtigt werden nur Unternehmen, die definierte Mindestkriterien erfüllen, darunter Sternebewertung, Weiterempfehlungsrate und relevante Scores in den Kategorien Work-Life-Balance, Gleichberechtigung sowie Karriere/Weiterbildung. Arbeitgeber:innen können sich nicht einfach bewerben; ausschlaggebend sind bestehende Bewertungen auf kununu.  

Damit erzählt das Ranking keine PR-Geschichte, sondern verdichtet Erfahrungen. Natürlich kann auch das kein vollständiges Bild eines Unternehmens liefern. Aber es zeigt, worauf Frauen offenbar besonders achten — und woran sie gute Arbeitgeber:innen festmachen. 

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Bei Tieto gestalten wir eine Arbeitskultur, in der Frauen ihre Potenziale voll entfalten können – mit gleichen Chancen, echter Wertschätzung und klaren Entwicklungsperspektiven.

Catharina Christian,  

HR-Managerin  

@ Tietoevry Austria

Was Frauen bei Arbeitgeber:innen wirklich prüfen

Ein guter Job definiert sich heute nicht nur über Aufgaben oder Gehalt. Gerade Frauen — und teilweise auch FLINTA*-Personen, also Frauen, Lesben, intergeschlechtliche, nicht-binäre, trans und agender Personen — schauen auf das Gesamtpaket aus Kultur, Perspektive und Alltagstauglichkeit. Entscheidend ist nicht nur, ob ein Unternehmen offen wirken will, sondern ob Gleichbehandlung auch dann trägt, wenn es konkret wird: in Meetings, bei Feedback, in Führungssituationen, bei Karriereentscheidungen oder dann, wenn Grenzen klar benannt werden müssen. 

  • Erstens geht es um Entwicklungschancen. Also nicht bloß darum, ob Weiterbildung angeboten wird, sondern ob Frauen tatsächlich in verantwortungsvolle Rollen hineinwachsen können — ohne ständig mehr beweisen zu müssen als andere. 
  • Zweitens geht es um Vereinbarkeit und strukturelle Fairness. Flexible Modelle, Homeoffice oder planbare Arbeitslast sind keine Nebensache. Sie entscheiden oft darüber, ob berufliche Entwicklung realistisch bleibt — und ob Care-Arbeit oder andere Lebensrealitäten nicht indirekt zum Nachteil werden. 
  • Drittens geht es um Gleichbehandlung im Alltag. Wer wird ernst genommen? Wer wird unterbrochen? Wessen Beiträge werden aufgegriffen, ohne umetikettiert zu werden? Und wie konsequent reagieren Teams und Führungskräfte, wenn Diskriminierung, Ausschlüsse oder Grenzüberschreitungen passieren?
  • Viertens geht es um psychologische Sicherheit. Also um die Frage, ob Menschen Kritik äußern, Erfahrungen ansprechen und Grenzen setzen können, ohne Nachteile befürchten zu müssen. Ein Arbeitsplatz kann nur dann wirklich attraktiv sein, wenn Respekt nicht optional ist.  

Dass genau diese Punkte heute zählen, zeigt sich auch in den Stimmen ausgezeichneter Unternehmen. Catharina Christian, HR-Managerin bei Tietoevry Austria, formuliert es so: „Bei Tieto gestalten wir eine Arbeitskultur, in der Frauen ihre Potenziale voll entfalten können – mit gleichen Chancen, echter Wertschätzung und klaren Entwicklungsperspektiven.“ 

Und Christine Stark, Partnerin & Teamleiterin bei dhmp NEXT GmbH & Co. KG, bringt den strukturellen Aspekt auf den Punkt: „Teilzeit, Homeoffice und eine flexible Kapazitätsplanung ermöglichen es unseren Teammitgliedern, berufliche und private Ziele miteinander in Einklang zu bringen – ganz unabhängig vom Geschlecht.“ 

Beide Aussagen zeigen etwas Entscheidendes: Ein attraktives Arbeitsumfeld für Frauen entsteht selten durch Einzelmaßnahmen. Es entsteht dort, wo Unternehmen ihre Bedingungen insgesamt fairer, klarer und verlässlicher gestalten. 

Drei Faktoren, die gute Arbeitgeber:innen für Frauen auszeichnen

  1. Klare Regeln für Respekt und Grenzüberschreitungen
    Werte allein reichen nicht. Entscheidend ist, dass Diskriminierung oder übergriffiges Verhalten ernst genommen werden und klar geregelt ist, an wen sich Betroffene wenden können.

  2. Sichtbarkeit und Verantwortung für Frauen
    Ob Frauen in Projekten, Führungsrollen und Entscheidungsprozessen vertreten sind, zeigt, ob Gleichberechtigung tatsächlich gelebt wird.

  3. Faire Flexibilität
    Flexible Arbeitsmodelle wie Homeoffice oder Teilzeit sind nur dann ein Vorteil, wenn sie nicht zulasten von Einfluss, Entwicklung oder Zugehörigkeit gehen.

Fair gewinnt am Ende immer im Alltag 

Für Arbeitgeber:innen ist das eine klare Botschaft. Frauen lassen sich nicht dauerhaft mit schönen Signalen überzeugen, wenn die Substanz fehlt. Sie prüfen genauer, vergleichen genauer und bewerten genauer. Und genau darin liegt auch die Chance: Wer faire Bedingungen schafft, wird nicht nur glaubwürdiger, sondern langfristig attraktiver. 

Vielleicht ist das die eigentliche Erkenntnis hinter Top Female Workplace: Nicht das Siegel macht einen Arbeitsplatz stark. Sondern das, was Mitarbeitende dort jeden Tag erleben. Und genau deshalb gewinnt Fairness am Ende mehr als jede Symbolik.  

Fragen zur Lizenzierung des Top Female Workplace-Siegels? Dann schreiben Sie eine E-Mail an Lisa Schröer – sie hilft Ihnen gerne weiter.