Hintergrundwissen
Veröffentlicht: 23. September 2026 23. 09.2026 5 min

kununu auf der ZPE 2026

Vom KI-Hype zu glaubwürdigem Employer Branding: Unsere Learnings von der ZPE 2026 

Die Zukunft Personal Europe 2026 in Köln hat gezeigt: HR wird konkreter. KI entwickelt sich vom Hype zum sinnvollen Einsatz, AI Search verändert die Arbeitgeberrecherche und im Employer Branding zählen Glaubwürdigkeit und echte Employee Voice mehr denn je. Wir zeigen die wichtigsten Learnings und welche Rolle Transparenz, Arbeitgeberbewertungen und kununu dabei spielen. 

Eine Entwicklung beschäftigt uns bei kununu derzeit besonders: Employer Branding wird konkreter und überprüfbarer Insbesondere bei künstlicher Intelligenz verschiebt sich der Fokus vom reinen Ausprobieren hin zu sinnvollen Anwendungsfällen, Akzeptanz und echtem Mehrwert im Arbeitsalltag. Auch im Employer Branding zählt mehr Substanz. Allgemeine Versprechen verlieren an Wirkung, während konkrete Informationen, authentische Einblicke und glaubwürdige Arbeitgeberkommunikation an Bedeutung gewinnen. 

Die Gespräche an unserem Stand, unsere Vorträge und Workshops haben diese Beobachtung aus unterschiedlichen Perspektiven bestätigt. Employer Branding steht vor einem Wandel – weg von allgemeinen Versprechen, hin zu mehr konkreten Informationen, Evidenz und Employee Voice.  

Drei Entwicklungen zeigen aus unserer Sicht, wohin sich Employer Branding bewegt:  

Zwei Frauen jubeln vor gelbem Messeauftritt; umgeben von Besuchern in einer großen Halle.

Künstliche Intelligenz: Vom Hype zum sinnvollen Einsatz

Ging es bei KI lange darum, wo sie sich überall einsetzen lässt, rückt inzwischen stärker in den Fokus, welchen konkreten Mehrwert sie im Arbeitsalltag schafft. Gerade im Recruiting ist das entscheidend: KI kann Prozesse unterstützen und beschleunigen – aber nur dann sinnvoll, wenn die zugrunde liegenden Abläufe bereits klar definiert sind. Automatisierung allein macht einen ineffizienten oder unpassenden Prozess nicht automatisch besser. 

Für Recruiting-Teams bedeutet das: Erst Prozess, Problem und Use Case verstehen. Danach lässt sich entscheiden, wo KI tatsächlich Mehrwert schafft – etwa bei wiederkehrenden Aufgaben, der Aufbereitung von Informationen oder der Unterstützung im Arbeitsalltag. Gleichzeitig bleibt entscheidend, an welchen Stellen menschliche Einschätzung, Kommunikation und Verantwortung gefragt sind. Damit KI im Arbeitsalltag wirklich Mehrwert schafft, müssen Technologie- und Organisationsentwicklung Seite an Seite gedacht werden. KI soll Menschen dabei unterstützen, nicht ersetzen. Sie kann Entscheidungen vorbereiten, Prozesse erleichtern und Teams entlasten. Die finale Einschätzung und Verantwortung bleiben jedoch beim Menschen. 

Auch im Employer Branding steht der konkrete Nutzen im Vordergrund: etwa bei der Content-Erstellung, der zielgruppengerechten Aufbereitung von Informationen oder entlang der Candidate Journey. Entscheidend ist zugleich, dass Teams die Tools im Arbeitsalltag tatsächlich annehmen und sinnvoll einsetzen. Dafür braucht es gezieltes Enablement im Unternehmen. Auf der ZPE wurden in diesem Zusammenhang strukturierte Programme diskutiert, die beispielsweise niedrigschwellige Lernangebote und KI-Sprechstunden mit der Einführung von AI Champions oder Power Usern verbinden. Diese können Teams dabei unterstützen, konkrete Use Cases aus ihrem Arbeitsalltag zu entwickeln und KI sinnvoll in bestehende Prozesse zu integrieren. So wird Wissen im Unternehmen geteilt und die praktische Nutzung von KI nachhaltig verankert.   

Drei Personen stehen vor blauem Messestand mit Logo, Werbung und QR-Code; alle tragen Namens badges.

AI Search verändert die Arbeitgeberrecherche

Eines der spannendsten Themen der ZPE war die Frage, wie KI die Candidate Journey verändert. Wer heute eine KI nach einem potenziellen Arbeitgebenden fragt, bekommt nicht einfach nur Informationen aus einer einzelnen Quelle. Stattdessen werden verschiedene Inhalte recherchiert, bewertet und zu einem Gesamtbild zusammengeführt. 

Dabei zählt längst nicht nur, was ein Unternehmen selbst über sich sagt. KI-Systeme verbinden inzwischen Informationen aus Karriereseiten, Stellenanzeigen, Social Media, Gehaltsdaten und Arbeitgeberbewertungen miteinander. Widersprechen sich Aussagen an verschiedenen Touchpoints, werden auch diese Unterschiede sichtbar. 

Diese Entwicklung verändert auch die Art und Weise, wie heutzutage Arbeitgeber:innen gesucht und gefunden werden. Für kununu ist das besonders relevant: Als eine der wichtigsten Quellen für Arbeitgeberbewertungen, Gehaltsinformationen und Arbeitgeberprofile ergänzt kununu die Perspektive des Unternehmens um Informationen von und für Beschäftigte. Für Employer Branding bedeutet das: Die Karriereseite kann den Arbeitgeberauftritt erklären – sie kann aber nicht allein bestimmen, wie ein Unternehmen als Arbeitgeber:innen wahrgenommen werden. 

AI Search macht damit noch deutlicher: Glaubwürdige Arbeitgeberkommunikation entsteht nicht an einem einzelnen Touchpoint, sondern im Zusammenspiel von Unternehmenskommunikation, externen Quellen und echten Stimmen von Mitarbeiter:innen. 

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Employer Branding bewegt sich von der Behauptung zur Evidenz 

„Flexible Arbeitszeiten“, „wertschätzende Kultur“ oder „moderner Arbeitgeber“: Viele Botschaften im Employer Branding ähneln sich. Für Kandidat:innen und zunehmend auch für KI-Systeme stellt sich deshalb eine entscheidende Frage: Was bedeutet das konkret?

Statt nur von Flexibilität zu sprechen, können Arbeitgeber:innen beispielsweise konkrete Informationen liefern: Wie hoch ist der Reiseanteil? Wie früh steht der Dienstplan fest? Welche Arbeitsmodelle sind tatsächlich möglich? Je stärker KI Inhalte im Recruiting standardisiert, desto wichtiger wird Cultural Fit. Entscheidend ist nicht nur, ob Anforderungen passen, sondern auch, ob Kultur, Werte und Erwartungen zusammenpassen.

Darin sehen wir eine grundlegende Veränderung im Employer Branding: Es reicht immer weniger, nur zu behaupten, wofür Unternehmen stehen. Die Value Proposition von Arbeitgebenden muss sich an konkreten Informationen und an der tatsächlichen Employee Experience messen lassen. Employee Voice wird damit nicht zu einem zusätzlichen Kommunikationskanal, sondern zu einem wichtigen Teil der Evidenz, aus der Arbeitgeberwahrnehmung entsteht.

Gruppe junger Menschen vor gelbem kununu-Messestand in Messehalle, alle in dunkler Kleidung.

Unser Fazit zur ZPE 2026 

Was wir von der ZPE 2026 mitnehmen, ist weniger ein einzelner HR-Trend als eine grundlegende Veränderung: Arbeitgeberkommunikation wird überprüfbarer. KI verändert, wie Informationen gefunden und verarbeitet werden. AI Search führt unterschiedliche Quellen zusammen. Und Employee Voice macht sichtbar, wie Arbeitgeberversprechen tatsächlich erlebt werden. Für Employer Branding bedeutet das: Glaubwürdigkeit entsteht nicht an einem einzelnen Touchpoint. Sie entsteht dort, wo Aussagen konkret sind, Informationen zusammenpassen und Arbeitgeberversprechen mit den tatsächlichen Erfahrungen von Mitarbeitenden übereinstimmen. 

 Genau das ist einer der deutlichsten Trends der ZPE 2026: Weniger Hype, weniger Floskeln, dafür mehr Substanz.