Hintergrundwissen
Veröffentlicht: 22. September 2025 22. 09.2025 4 min

kununu Zufriedenheitsatlas 2025

Mitarbeiterloyalität entsteht nicht von allein – die Resonanz entscheidet 

Nur 53,1 Prozent der Arbeitnehmenden sind zufrieden mit ihrem Arbeitgeber. Das ist ein leichter Rückgang gegenüber 2023 – aber vor dem Hintergrund multipler Krisen und globaler Unsicherheit immer noch ein solider Wert. Der kununu Zufriedenheitsatlas 2025 zeigt, was die Zufriedenheit beeinflusst.  

Die Zufriedenheit mit Arbeitgeber:innen in Deutschland sinkt das zweite Jahr in Folge: Waren 2023 noch 56,3 Prozent und 2024 54 Prozent der Arbeitnehmer:innen zufrieden, sind es 2025 nur noch 53,1 Prozent – was jedoch zeigt, dass sich der Rückgang verlangsamt. Auffällig sind dabei regionale Unterschiede, sowie erhebliche Differenzen abhängig von der Branche: Während in der Top-Branche 72,5 Prozent zufrieden sind, sind es beim Schlusslicht nur 54,4 Prozent. Die gute Nachricht: Wir haben klare Faktoren identifiziert, die die Jobzufriedenheit positiv beeinflussen können. 

Der kununu Zufriedenheitsatlas 2025 basiert auf der Auswertung von mehr als 477.000 Arbeitgeberbewertungen auf kununu aus dem Zeitraum vom 30. Juni 2024 bis zum 30. Juni 2025. Zusätzlich haben wir bei dem Marktforschungsinstitut bilendi eine repräsentative Umfrage in Auftrag gegeben, bei der 1.022 Beschäftigte im Mai 2025 zu ihrer Arbeitgebertreue befragt wurden.  

Hohe Zufriedenheit in den Stadtstaaten und im Süden 

Die Daten zeigen: Es gibt starke regionale Unterschiede bei der Jobzufriedenheit: Am höchsten ist sie mit 55,3 und 54 Prozent in den Stadtstaaten Hamburg und Berlin sowie in den großen südlichen Bundesländern Baden-Württemberg mit 54,7 und 54,2 Prozent in Bayern.

Während die Jobzufriedenheit in den alten Bundesländern im Westen konstant über 50 Prozent liegt, liegt sie bei den neuen Bundesländern im Osten mit Ausnahme von Berlin unter 50 Prozent. Auffällig sind die Parallelen zur Höhe der Gehälter, die wir im kununu Gehaltscheck 2025 ermittelt haben: Die Durchschnittsgehälter im Osten sind am niedrigsten, in Hamburg und im Süden am höchsten. Augenscheinlich ist das Gehalt ein Faktor, das die Jobzufriedenheit beeinflusst.

Deutliche Unterschiede in der Jobzufriedenheit je nach Branche 

Nicht nur regional zeigen sich Unterschiede in der Jobzufriedenheit: Auch die jeweilige Branche hat einen maßgeblichen Einfluss auf die Jobzufriedenheit der Beschäftigten. Während Mitarbeitende im Bereich Steuerberatung bzw. Wirtschaftsprüfung mit 72,5 Prozent eine besonders hohe durchschnittliche Zufriedenheit mit ihrem Job zeigen, sind es bei Mitarbeitenden in der Dienstleistungsbranche nur 54,4 Prozent.  

Wertschätzung entscheidet über Jobzufriedenheit 

Unsere Studie zur Arbeitgebertreue zeigt besonders drei Faktoren, die maßgeblich die Jobzufriedenheit der Beschäftigten beeinflussen: So sehen 89 Prozent der Befragten ein gutes Gehalt und Zusatzleistungen als förderlich für ihre Loyalität – die Korrelation zwischen Gehalt und Jobzufriedenheit zeigt sich ebenso in unseren Daten. 88 Prozent erwarten Wertschätzung durch Vorgesetzte. Und 89 Prozent halten ein kollegiales Betriebsklima für besonders förderlich, um eine langfristige, emotionale Bindung zum Arbeitgeber aufzubauen. 

Dr. Manfred Böcker und Sascha Theisen, Experten für Arbeitgeberattraktivität, stellen heraus: Wer für eine hohe Jobzufriedenheit und Arbeitgebertreue bei seinen Beschäftigten sorgen möchte, muss ihnen Wertschätzung entgegenbringen: nicht nur in Form von fairer Bezahlung, sondern ebenso durch offene Kommunikation der Führungskräfte, Förderung und vor allem Berücksichtigung von Feedback und durch aktives Einbeziehen des Teams bei Entscheidungen. 

Fazit: Zufriedenheitsatlas 2025 zeigt, wie Arbeitgeber:innen punkten können 

Die Daten aus dem Zufriedenheitsatlas 2025 belegen: Die Jobzufriedenheit in Deutschland sinkt – aber langsamer als zuvor. Wer sie erhöhen und die Arbeitgebertreue fördern möchte, muss seinen Beschäftigten aktiv Wertschätzung entgegenbringen. Besonders die Führungskräfte sind hier gefragt. Es gilt, das Gefühl, gesehen zu werden, fest in die Prozesse des Unternehmens zu integrieren.  

Letztlich entscheiden Jobzufriedenheit und Arbeitgebertreue darüber, wer die Talente von morgen gewinnen und halten kann – um die Herausforderungen unserer Zeit zu meistern und in Zeiten des Fachkräftemangels dem Wettbewerb einen Schritt voraus zu sein.  

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