Hintergrundwissen
Veröffentlicht: 25. November 2021 25. 11.2021 7 min

Mitarbeiter:innen binden und motivieren

Gekommen, um zu bleiben

Eine offene Feedback-Kultur ist das A und O, um Mitarbeiter:innen zu binden. Emotionale Bindung und Identifikation mit dem Unternehmen ist jedoch kein Selbstzweck – sie erweist sich auch wirtschaftlich als maßgeblicher Erfolgsfaktor.

Mitarbeiter:innen zuzuhören, ihre Wünsche ernst zu nehmen und sie partizipieren zu lassen, ist Zeichen einer gesunden Unternehmenskultur und ein wichtiger Pfeiler von nachhaltigem Erfolg. Die Rechnung der Win-Win-Situation ist dabei so simpel wie überzeugend: Besteht eine aufrichtige, konstruktive Feedback-Kultur fühlen sich Mitarbeitende in ihren Anliegen gesehen und gehört. Ihre Zufriedenheit sowie emotionale Bindung an den Arbeitsplatz steigt und damit auch ihre Identifikation mit dem Unternehmenserfolg. Und während die erhöhte Produktivität gewinnbringend für den Unternehmenserfolg verbucht werden kann, sinken gleichzeitig die Kosten von Mitarbeitenden-Fluktuation, Kündigungen und Abfindungen. Doch wie gelingt erfolgreiches Retention Management? Und: Inwiefern kununu Bewertungen ein wertvoller Beitrag zur Mitarbeiter:innen-Bindung sind, erfahren Sie in diesem Ratgeber.

Mitarbeiter:innen zuhören heißt Mitarbeiter:innen binden

Eine Beobachtung dürften vermutlich alle Arbeitgeber bereits gemacht haben: Zufriedene Mitarbeitende, die eine emotionale Bindung zu ihrem Unternehmen spüren, sind engagierte und effiziente Mitarbeitende. Das bestätigt auch der “Engagement Index Deutschland 2020” der renommiertesten Studie zu den Themen Arbeitsumfeld und Führungskultur, des Beratungsunternehmens Gallup: Die Summe der Fehlzeiten ist bei motivierten Mitarbeiter:innen unterdurchschnittlich gering, ebenso die Gefahr von Burnout.  

In der Studie werden auch zwei augenscheinlich gegenläufige Entwicklungen deutlich: Während die Bereitschaft zum Jobwechsel einerseits gestiegen ist, sind Arbeitnehmer:innen gleichzeitig emotional bindungswilliger geworden. Betrachtet man diese beiden Punkte als zwei Seiten einer Medaille, wird deutlich: Mitarbeitenden suchen einen Arbeitgeber, bei dem sie sich als Teil des großen Ganzen sehen können und das Gefühl haben, dass ihre Anliegen dort gut aufgehoben sind und Gehör finden.

Das trifft insbesondere auf junge Talente zu, die am Anfang ihrer Karriere stehen und gerade in die sich rasant wandelnde Arbeitswelt hineinwachsen. Angehörige der sogenannten Generationen Y und Z (also ab den 1990er-Jahren Geborene) legen großen Wert auf Selbstentfaltung und möchten das in einem Arbeitsumfeld verwirklichen, das nachhaltig ihr Entwicklungspotenzial ausschöpft.

Neben dem Wunsch nach Diversität oder Nachhaltigkeit in der Unternehmenskultur beinhaltet das auch das Bedürfnis nach einem “Wir”-Gefühl bei gleichzeitiger Anerkennung ihrer Persönlichkeit. Eine offene Feedback-Kultur verbindet als Scharnier gewinnbringend all diese Aspekte:

  • Das Gefühl, gehört zu werden, hat positive Effekte auf das Engagement der Mitarbeitenden.
  • Engagierte Mitarbeitende sind bedeutend für langfristigen Unternehmenserfolg, weil die Gefahr von Mitarbeitenden-Fluktuation sinkt.
  • Unternehmen können immens viel von konstruktivem Feedback ihrer Mitarbeitenden lernen und Defizite frühzeitig beheben.

Übrigens: Materielle Anreize wie zusätzliche Urlaubstage oder Boni spielen für die Loyalität von Mitarbeitenden mittlerweile eine untergeordnete Rolle – laut Global Talent Monitor, der repräsentativen Studie des Analysehauses CEB, steht beispielsweise das Gehalt nur noch an sechster Stelle für deutsche Arbeitnehmer:innen, wenn es darum geht, welche Faktoren sie für die Bewertung einer Stelle für relevant halten.

Arbeitgeber-Attraktivität als unterschätzter wirtschaftlicher Wettbewerbsvorteil

Die Kunst der Mitarbeiter:innen-Bindung, auch Retention Management genannt, muss sich somit an die Veränderungen der Arbeitswelt anpassen. Wer Mitarbeiter:innen langfristig behalten und motivieren möchte, sollte somit die richtigen Maßnahmen finden, um ihrem Wunsch nach Identifikation und emotionaler Bindung gerecht zu werden.

Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels ist für den nachhaltigen Unternehmenserfolg enorm wichtig, wie Arbeitgeber von Arbeitnehmer:innen wahrgenommen werden – sowohl “nach innen” für bestehende Mitarbeitende als auch “nach außen” für potenzielle Job-Kandidat:innen. Der Erfolgsfaktor Employer Branding, also das Präsentieren der Arbeitgebermarke, spielt eine maßgebliche Rolle, wenn es darum geht, hochqualifizierte Mitarbeiter:innen im Kampf um Talente zu gewinnen und zu halten.

Und: Nicht nur Unternehmen möchten engagierte Mitarbeitende haben, die sich motiviert einbringen. Auch Mitarbeitende wollen stolz auf ihren Arbeitgeber sein. Der Engagement Index Deutschland 2020 spricht in dieser Hinsicht eine eindeutige Sprache: 

Mitarbeitende mit einer hohen emotionalen Bindung an ihr Unternehmen würden zu 85 % die Produkte und zu 74 % den Arbeitsplatz ihrer Firma weiterempfehlen. Im Vergleich: unter Mitarbeitenden, die keine Bindung aufweisen, würden 23 % die Produkte und gerade mal acht ihren Arbeitsplatz ihrer Firma ihren Freund:innen und Familienangehörigen anvertrauen.

Nicht-Zuhören als Verlustgeschäft

Fehlende emotionale Bindung stellt somit nicht nur einen großen Image-Schaden dar. Mitarbeitenden-Fluktuation erweist sich als kostspielige Angelegenheit für Unternehmen, denn dabei entstehen:

  • Kosten für Kündigungen und Abfindungen
  • Verlust von wertvollem Wissen und Erfahrungen
  • Kosten für Recruiting, Bewerbungsprozess, Einarbeitung

Nicht zu unterschätzen sind dabei auch die Kosten einer inneren Kündigung. Laut des Engagement Index 2020 beläuft sich der volkswirtschaftliche Schaden aufgrund von inneren Kündigungen auf eine Summe zwischen 96,1 und 113,9 Milliarden Euro. Übersetzt heißt das: Fehlende emotionale Bindung frustriert nicht nur Arbeitgeber und Mitarbeitende. Unternehmen können sich eigentlich auch in wirtschaftlicher Hinsicht kein mieses Retention Management leisten.

kununu ermöglicht Unternehmen eine doppelte Chance:

  1. Zum einen können Arbeitgeber über Mitarbeitenden-Bewertungen auf kununu tendenzielle Schieflagen frühzeitig registrieren und aufgreifen. Sie können entsprechende Veränderungen einleiten, noch bevor sich Mitarbeitende emotional ausklinken. Diese fühlen sich stattdessen involviert und sind bereit, an den Veränderungen mitzuwirken. Oder noch viel schöner: Angenehme Arbeitsbedingungen finden in Form von positiven Bewertungen die wohlverdiente Aufmerksamkeit.
  2. Zum anderen trägt kununu dazu bei, dass sie sich authentisch als attraktiver und zukunftsfähiger Arbeitgeber präsentieren können. Authentisches Employer Branding stellt einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil dar, der von talentierten Job-Kandidat*innen längst als äußerst relevant betrachtet wird.

Insbesondere letzterer Punkt wird auf Arbeitgeber-Seite noch häufig unterschätzt, wie eine kürzlich erschienene Studie von kununu zeigt. Häufig überwiegt die Angst vor negativem Feedback gegenüber der Vision einer ehrlichen und authentischen Unternehmenskultur, in der konstruktiv über Feedback geredet wird. Wie allerdings an den genannten Punkten deutlich wurde, gibt es auf dem Weg zu einer offenen Feedback-Kultur sehr viel zu gewinnen und viele Verluste zu vermeiden – ob zwischenmenschlich oder wirtschaftlich.

Motivieren Sie Ihre Mitarbeitenden zu mehr kununu Bewertungen

Nutzen Sie kununu, um den Dialog zu beginnen und zuzuhören. Ermutigen Sie Ihre Mitarbeitenden dazu, auf kununu Bewertungen zu Ihrem Unternehmen zu hinterlassen. Bei der Bewertung sollte es jedoch nicht stehen bleiben: Greifen Sie das Feedback auf, integrieren Sie es in ihre Feedback- und Unternehmenskultur und nehmen Sie ernst, was Ihre Mitarbeitenden Ihnen sagen. Für den zukünftigen Unternehmenserfolg sind Sie auf langfristig motivierte und emotional investierte Mitarbeitende angewiesen – gegenseitiges Zuhören und Wertschätzen ist hierfür das A und O.

Registrieren Sie jetzt kostenlos Ihr kununu Arbeitgeberprofil, um auf Bewertungen zu antworten.

FAQ: Häufige Fragen zur Mitarbeiter:innenbindung

Warum ist eine offene Feedback-Kultur zentral für die Mitarbeiter:innenbindung?

Eine offene Feedback-Kultur sorgt dafür, dass Mitarbeitende sich gehört und ernst genommen fühlen. Dieses Gefühl stärkt Vertrauen, Identifikation und Loyalität gegenüber dem Unternehmen. Wer konstruktiv eingebunden wird, bleibt eher – emotional wie organisatorisch.

Wie wirkt sich emotionale Bindung auf die Produktivität aus?

Emotional gebundene Mitarbeitende arbeiten engagierter, effizienter und zielorientierter. Sie investieren freiwillig mehr Energie in ihre Aufgaben und tragen aktiv zum Unternehmenserfolg bei. Gleichzeitig sinken Fehlzeiten und das Risiko von Burnout.

Welche Erkenntnisse liefert der Gallup Engagement Index zur emotionalen Bindung?

Der Gallup Engagement Index zeigt, dass emotional gebundene Mitarbeitende weniger Fehlzeiten haben und seltener innerlich kündigen. Zudem empfehlen sie Produkte und Arbeitgeber deutlich häufiger weiter als ungebundene Beschäftigte.

Warum sind insbesondere die Generationen Y und Z auf Identifikation angewiesen?

Jüngere Generationen legen großen Wert auf Selbstentfaltung, Sinn und Zugehörigkeit. Sie möchten Teil eines „Wir“-Gefühls sein und sich mit den Werten des Unternehmens identifizieren können. Fehlt diese Verbindung, steigt die Wechselbereitschaft.

Welche Rolle spielen materielle Anreize im Vergleich zu emotionaler Bindung?

Materielle Anreize wie Boni oder Zusatzleistungen sind wichtig, stehen aber nicht mehr im Mittelpunkt. Studien zeigen, dass Gehalt allein nicht ausschlaggebend für Loyalität ist. Emotionale Bindung und Wertschätzung haben langfristig größeren Einfluss auf Motivation und Verbleib.

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